Amazonien – Die Seele der Indios

Ein Reportage von Arte

 

Von der Homepage:

Im gesamten Amazonasgebiet beobachten die Indios besorgniserregende klimatische Veränderungen: Die Jahreszeiten geraten durcheinander, der Regen kommt zu spät, manche Früchte reifen und fallen ab, bevor das Flusswasser steigt, die Fische haben nicht mehr genug zu fressen, schon früh am Morgen steigt die Hitze in den Gemüsegärten stark an, und die Dürreperioden nehmen zu.
Im Amazonaswald erzählen die Schamanen von den Weißen, die zu viele Fabriken gebaut haben, an zu vielen Stellen den Bauch der Erde aufgerissen haben, um Öl oder Gold zu gewinnen, und die den Himmel durchlöchert haben. Und jetzt kommen die Weißen auch noch, um den Bewohnern „Sauerstoff abzukaufen“ und ihnen „Umweltschutztraining“ anzubieten!
Die vielen Indio-Stämme schützen seit jeher das Amazonasgebiet mit Hilfe des traditionellen Wissens ihrer Ahnen. Sie respektieren die heiligen Orte, an denen ihrem Glauben zufolge die heiligen Pflanzen wie Coca oder Jaga wachsen: die heiligen Pflanzen tragen alles Wissen in sich und regeln die Gezeiten der Welt.
Auf einer Pirogenfahrt durch den Amazonas erfahren wir mehr über die Mythen und die Welt der Indios. Wie verstehen sie Raum und Zeit, wie sehen sie die Weißen und wie erleben sie die Veränderung?
Es ist eine Reise wie in einen Traum, voller Poesie, die uns tief in den Regenwald führt: Zu den Matapi, den Tikuna und Muinane – aus dem Leben ihrer Ahnen gerissen oder von der Stadt eingeholt – und zu den Weißen in Leticia, der Hauptstadt des Departements Amazonas.
Ihrer wohl geordnete Welt der Mythen steht die aus den Fugen geratene Welt der Weißen gegenüber. Die Indios versuchen, sich Gehör zu verschaffen, um ihr Wissen und ihre Kenntnisse des Urwalds zu vermitteln.